Knickerbocker, das ist nicht nur eine Hose, es ist eine Lebenseinstellung – und vor allem ein Erkennungszeichen von Luis Trenker. Und doch ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Knickerbocker in den Bergen der Alpen erfunden wurden, denn das stimmt ganz und gar nicht.
Vielmehr hat der Name Knickerbocker seinen Ursprung in New York. Und das kam so: 1809 veröffentlichte der Schriftsteller Washington Irving unter dem Namen Diedrich Knickerbocker eine Satire namens „A history of New York“. Darin beschrieb er die ersten Siedler, die aus Holland in die Stadt, die damals noch Neu Amsterdam hieß, kamen und wadenlange „Schlumperhosen“ trugen. Der Erfolg dieses Buches führte dann dazu, dass „Knickerbocker“ sehr schnell zum gängigen Spitznamen für die Einwohner New Yorks wurde.
Der Name des Baseballteams New York Knicks (für Knickerbocker) zeugt heute noch davon. Als diese knielangen Hosen nach 1895 dann zum Radfahren und Wandern verwendet wurden, nannte man sie nach ihrem historischen Vorbild einfach Knickerbocker. Und so eroberte letztlich ein Stück New York die Gipfel der Berge.
Und die Knickerbocker wurde zum Erkennungszeichen aller begeisterten Alpinisten. Das lag bis zu einem gewissen Grad sicher auch an Luis Trenker, der ohne dieses Kleidungsstück kaum vorstellbar war. Dass die Knickerbocker dann vom Berg wieder den Weg zurück in die Städte fand und zu einem urbanen Lifestyle-Produkt mit Kultstatus wurde,
verdankt sie vor allem der Marke Luis Trenker, die von Anfang an auf dieses geschichtsträchtige Kleidungsstück setzte. Die Knickerbocker zählte in allen möglichen Varianten zu den Highlights der Kollektionen. Und gerade die sehr modische und urbane Version in Kombination mit Sakko oder als Anzug wurde geradezu zu einem Aushängeschild der jungen Marke.
Dabei wirkte dieses traditionsreiche Kleidungsstück aber in keinster Weise altmodisch oder wie ein Relikt aus der Vergangenheit – vielmehr wurde es als progressiv und innovativ wahrgenommen. Und das ist die Knickerbocker heute noch. Wahrscheinlich auch deshalb, weil sie im Grunde nicht einfach nur eine Hose ist, sondern eine Lebenseinstellung verkörpert.
Wer Knickerbocker trägt, lebt seinen Freiheitsdrang, betont seine Individualität und bricht gerne mit Konventionen. So gesehen ist die Kniebundhose auch eine Art Erkennungszeichen. Und man kann sicher sein: Menschen, die Knickerbocker tragen, sind niemals langweilig. Sie sind meist humorvoll, sehr unterhaltsam und jederzeit für Überraschungen gut.
Umso erfreulicher, dass Luis Trenker diesen außergewöhnlichen Menschen höchst modische und wunderschöne Hosen schneidert, die absolut alltagstauglich und doch ganz und gar nicht alltäglich sind. Damit kann man sich auch in New York sehen lassen. Womit wir wieder da wären, wo die Geschichte der Knickerbocker begann.