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Eine schicksalhafte Begegnung auf Island

Ein begnadeter Skifahrer, ein begeisterter Berggeher, ein echtes Kind der Südtiroler Berge und ein Visionär...
Seit er vor Jahren eine Geschichte über Island gelesen hatte, träumte Manni diesen einen ganz persönlichen Traum: Einmal auf Islands Bergen einen Telemark-Schwung über frisch verschneite Hänge zu ziehen. Viele Jahre später, Manni war in der Zwischenzeit zu einem der besten Telemarker Europas aufgestiegen, war es an der Zeit, den Traum wahr werden zu lassen. Manni packte seine Skier und verließ an einem regnerischen Novembertag Südtirol, um von Genua aus Richtung Island in See zu stechen. Und so stand er dann kurze Zeit später voller Hoffnung und Erwartung in Reykjavík am Hafen – bereit für sein großes Abenteuer ...
Fasziniert, neugierig und ungeduldig durchstreifte Manni die Insel. Beunruhigt schaute er immer wieder hoch zum Himmel. Die tief liegenden Wolken waren so dicht, dass an skifahren im Moment überhaupt nicht zu denken war. Und langsam begriff Manni, warum man ihm so dringend davon abgeraten hatte, ohne einheimische Guides in die Berge zu fahren. Der Himmel klarte ebenso auf wie Mannis Stimmung. Am Abend sollte er endlich den Guide treffen, der ihn dahin führen würde, wo die Erfüllung seines Traumes vom Telemarken im Land der Geysire auf ihn wartete. Aber die Verwegenheit mischte sich zunehmend auch mit Unsicherheit. Denn er hatte erkannt, dass man auf dieser Insel jederzeit auf jede Überraschung gefasst sein musste. Die erste große Überraschung ließ auch nicht lange auf sich warten. Der Bergführer, den er erwartet hatte, entpuppte sich als Bergführerin. Verblüfft stand Manni vor der sportlichen und bildhübschen Isländerin. Ebenso wie ihr Aussehen beeindruckten ihn ihre Liebe zu den Bergen, ihre Begeisterung für den Sport und ihr Interesse an seinem großen Traum. Und so saßen sie noch bis spät am Abend zusammen und er ahnte,
dass diese Begegnung wegweisend sein würde und zwar nicht nur für die Skitour am nächsten Morgen ...
Sie trafen sich frühmorgens und fuhren gemeinsam zum Gestüt am Fuße der Berge. Von dort wollten sie zu Pferd über das enge Tal hoch in die Berge reiten, wo unberührte Schneefelder warteten. Entschlossen nahm Manni das Island Pony am Zügel. Er konnte den Moment des Aufbruchs nicht mehr erwarten und wollte dem
Ruf der Berge und des Abenteuers folgen! Eva konnte nicht aufhören, den groß gewachsenen Ausländer mit
den markanten Gesichtszügen und den leuchtenden Augen anzustarren. Dieser Manni hatte etwas, das sie an anderen Männern vermisste. Sie konnte sich selbst nicht erklären, was genau es war. Sicher nicht allein sein souveräner, unbekümmerte Tiroler Charme. Es war vor allem auch seine Art sich zu kleiden, die sie begeisterte.
Die Kombination von traditionellen Schnitten und modernen Materialien, von funktionaler Sportkleidung
und alpinem Chic –das war etwas Besonderes. Keine Frage, sie würde alles tun, um ihm seinen großen Traum zu erfüllen. Es war eigenartig. Wochenlang hatte Manni immer nur an das Eine gedacht, seine Abfahrt über die steilen Hänge der schneebedeckten Vulkane Islands, an die perfekten Telemark-Schwünge auf dem fremden Terrain. Doch jetzt, wo er dem Traum ganz nah war, wurde seine Aufmerksamkeit abgelenkt. Er war verwirrt. Diese Eva zog seine Blicke magisch an. Es gab so eine stillschweigende Übereinstimmung zwischen ihnen. Sie mochten dieselbe Musik, dieselben Filme und liebten die Berge über alles. Was ihn aber noch mehr überraschte: Sie war auch modisch ganz auf seiner Wellenlänge. Diese Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit, aus hoher Ästhetik und praktischem Chic beeindruckte ihn. Endlich eine Frau, die nicht dem Diktat internationaler Trends unterlag, sondern Mut zum Individuellen und Speziellen hatte. Wenn sie ihn mit ihrer Ausstrahlung nur nicht so ablenken würde von seinem großen Ziel ...
 
Der Abschied von Eva war ihm schwergefallen. Aber darauf durfte er jetzt keine Rücksicht nehmen. Erst musste er dem Ruf des Berges folgen, dann dem Ruf des Herzens. Und so stieg er bedächtig den Berg hoch, trotzte dem eisigen Wind und war froh, dass seine Kleidung ihn so perfekt schützte und er jeden Moment voll auskosten konnte. Es war ja nicht nur der Gedanke an die Abfahrt im Telemark-Stil, die ihn vorwärts trieb es war auch die Freude auf das Wiedersehen mit Eva. Und als er so von
hoch oben den Blick über dieses unvergleichliche Panorama schweifen ließ, da begriff er, dass er wohl ein ganz besonders Glückskind war. Er schnallte die Ski an und wünschte sich für eine Sekunde, dass dieser
Moment ewig dauern möge. Aber dann dachte er an Eva, an die Zukunft, die sie vor sich hatten und daran, dass diese Abfahrt, auf die er jahrelang hingefiebert hatte, zwar den Schlussstrich unter seinen Traum ziehen, aber gleichzeitig den Start in ein ganz neues Leben bedeuten würde und dass sein Glück direkt vor ihm lag. Voller Elan, glücklich und euphorisch stieß er sich ab und glitt mit weiten Schwüngen über das steile weiße Band, das ihn talwärts führte ... Und während der Fahrt begann er so laut und so glücklich zu jodeln, dass selbst die Geysire für einen Augenblick versiegten. Wie einsam hatte sie sich gefühlt. Und wie sehr hatte er den Moment des Wiedersehens herbeigesehnt. Auch wenn es vielleicht der Zufall gewesen war, der sie zusammengeführt hatte – ihre Liebe war Bestimmung. Und dass ihr der Tirolerhut so gut stand, war mit Sicherheit alles andere als Zufall. Glücklich lagen sie sich in den Armen. Manni musste lächeln: Er hatte das Abenteuer gesucht und Aber ihr verschmitzter Blick signalisierte auch, dass dieser blonde Vulkan sich niemals zähmen lassen würde. Auch nicht von einem furchtlosen Südtiroler Naturburschen ...

 
 

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